Ein schönes Dekolleté und wohlgeformte Brüste stehen ebenso für Weiblichkeit wie erotische Sinnlichkeit. Doch immer öfter hat Mutter Natur Sparsamkeit walten lassen, weshalb sich zahlreiche Frauen für eine Brustvergrößerung auf medizinischem Wege entscheiden.
Trotzdem ein solcher Eingriff mittlerweile als durchaus gesellschaftsfähig betrachtet werden kann, ziehen viele von ihnen dabei aber die Behandlung im Ausland vor. Insbesondere in Osteuropa bieten, oft selbsternannte plastische Chirurgen, Brustvergrößerungen zu wahren Schnäppchen preisen an. Davon angelockt vergessen vielen, dass ein medizinischer Eingriff weit mehr ist als eine kurze Stippvisite im Discounter.
Neben der oft nicht vorhandenen oder nur mangelhaften Ausbildung der Ärzte im Gebiet der plastischen Chirurgie gefährden auch Sprachbarrieren und nicht zuletzt unzureichende hygienische Standards den gewünschten Erfolg des Eingriffs. Eine Brustvergrößerung ist kein „Silicon to go“, wissen zahlreiche deutsche Experten, neben einer fachkundigen Durchführung der Operation ist eine medizinische Nachsorge unverzichtbar.![]()
Unter den Folgen des Billig-Brust-Tourismus leiden mittlerweile zahlreiche Frauen – unterschiedlich große Brüste, deutlich sichtbare Vernarbungen, schielende Brustwarzen und geplatzte Silikonkissen sind nur einige der oft irreparablen Schäden. Und problematisch ist auch die Haftungsfrage, denn die wenigsten ausländischen Ärzte können rechtlich dafür belangt werden. So folgt dem Schielen auf das vermeintlich kostengünstige Angebot zumeist eine langjährige und kostenintensive Odyssee durch Gerichtssäle und Gutachterpraxen.
Leider ist es die Gesellschaft von heute, die vorgibt, wie der perfekte Körper von Mann und Frau auszusehen hat - dabei sollte es doch eine reine Gefühlssache sein, wie sich der Mensch wohlfühlt.
Wer nur kleine Makel hat, die sich gut Kaschieren lassen, kann sich glücklich schätzen. Es gibt zwei Dinge, die Frauen am meisten beschäftigen: die gefürchtete Cellulite und das Aussehen der Brüste. Wer einen flachen Busen hat, hätte gern einen größeren, wer zu viel hat, möchte gerne weniger haben. Irgendwie kann es Mutter Natur scheinbar keiner Frau recht machen. Eine Brustkorrektur ist nicht nur aufwändig, sondern auch eine sehr kostspielige Angelegenheit.
Allgemein heißt es, dass Krankenkassen für eine Brustkorrektur nur dann aufkommen, wenn die Antragstellerin psychisch oder körperlich unter der Beschaffenheit der Brüste leidet. Der Weg vom Antrag bis zur Bewilligung der Kostenübernahme ist aber sehr steinig. Es müssen mehrere Gutachten eingeholt werden, die belegen, dass die Frau wirklich seelisch negativ beeinflusst wird und auch dass andere Maßnahmen wie Training oder beispielsweise eine Psychotherapie nicht Abhilfe schaffen können.
Krankenkassen finden zunehmend einen Weg, der ihnen die Übernahmepflicht der Kosten erspart. Sie ziehen das Antragsverfahren derartig in die Länge, dass die Antragstellerinnen völlig genervt aufgeben und versuchen, die Kosten durch eigene Mittel oder durch Kredite aufzubringen. Natürlich sollte ein Silikonbusen, die eine gut geformte Brust noch vergrößern soll, nicht auf die Kosten aller abgewälzt werden. Einen Busen wie Dolly Buster braucht niemand für sein seelisches Gleichgewicht. Aber Frauen, bei denen kaum eine Brust erkennbar ist, die deutlich unterschiedlich geformte Brüste haben oder die so große Brüste haben, dass sie ständig Kreuzschmerzen haben und die Brust regelrecht zur Last wird, haben garantiert ein psychisches und körperliches Problem. Diese sollten eigentlich keine Probleme bei der Antragstellung bekommen.
Auch Frauen, die aufgrund einer Krebserkrankung oder durch einen Unfall eine oder beide Brüste verloren haben, sollten anstandslos von der Krankenkasse unterstützt werden, denn hier sollte das Recht auf ein gewisses Maß an Ästhetik in den Menschenrechten verankert werden.